Nachdem sich astronomische Beobachtungen jahrtausendelang auf die Winkelmessung des mit bloßem Auge Sichtbaren beschränken mussten, benutzte 1609 erstmals Galileo Galilei ein von ihm aus einer Sammel- und einer Zerstreuungslinse selbstgebautes Fernrohr zur Himmelsbeobachtung. Seitdem hat die Technologie der Teleskope eine rasante Entwicklung genommen.
Der Zweck eines Teleskops ist es, aus der von Ferne eintreffenden elektromagnetischen Strahlung (Photonen) ein zweidimensionales Bild zu gewinnen (wie es Lebewesen mit ihren Augen auch tun). Dabei will man eine möglichst gute Winkelauflösung erreichen, da die Objekte meist sehr weit weg sind und deshalb klein erscheinen. Die astronomische Forschung benötigt Teleskope für möglichst alle Frequenzbereiche (Radiostrahlung, infrarotes, sichtbares und ultra- violettes Licht, Röntgenstrahlung, Gammastrahlung). Die Unter- suchung anderer Strahlungsarten wie Korpuskularströme oder Neutrinos ist ebenfalls Gegenstand der Astronomie. Hier wird aber im Allgemeinen nicht der Begriff Teleskop verwendet. Ein Teil des Strahlungsspektrums wird in der dichten Erdatmosphäre absorbiert. Weltraum-Teleskope umgehen diesen Mangel.
In der optischen Astronomie hat das Spiegelteleskop den Refraktor (Linsenfernrohr) längst verdrängt. Zivilisationsschmutz und Streu- licht behindern die Beobachtungen. Die größten Teleskope werden deshalb in Hochgebirgen aufgestellt. Die störende, aber in der Atmosphäre stets vorhandene Luftbewegung (Sternenflimmern), kann gemessen und der Teleskop-Spiegel zur Korrektur entsprech- end deformiert werden.
Da die Auflösung eines Teleskops sich proportional zur Öffnung und umgekehrt proportional zur Wellenlänge verhält, müssen Radio- teleskope einen besonders großen Durchmesser haben. Teilweise wird diese große Abmessung in kilometerlangen Anordnungen kleinerer Antennen simuliert - nur um damit die Richtung einzelner Photonen genau zu messen.
Mit dem Hubble Space Telescope begann 1990 eine neue Ära der astronomischen Beobachtung. Seitdem steht eine Fülle von Auf- nahmen in zuvor unerreichbarer Auflösung für die Auswertung zur Verfügung. Zusätzlich zu Satelliten werden auch weiterhin Flug- zeuge zur astronomischen Beobachtung oberhalb der Atmosphäre eingesetzt. Das ist kostengünstiger. Die verwendeten Instrumente können leichter ausgetauscht oder repariert bzw. für den späteren Einsatz im Weltraum getestet werden.
Durch die in Planetensonden mitgeführten Teleskope gelangen die bisher genauesten und umfangreichsten Bildersammlungen unserer Nachbarn. Seit Juli 2004 umkreist die Sonde Cassini den Saturn und untersucht dabei auch seine Ringe und Monde. (Einen Link zur Cassini-Website finden Sie in unserer Linksammlung).
Amateurastronomie kann neben dem ästhetischen Genuss auch heute noch Beiträge zur Forschung erbringen, z. B. bei der Ent- deckung von Kometen. Ein kleines Teleskop ist erschwinglich und leicht zu bedienen. Auch in der Stadt kann man in einer möglichst mondlosen Nacht viele Einzelheiten der Himmelsobjekte ausmachen. Gutes Wetter vorausgesetzt, werden Sie damit interessante Nächte erleben können.
Foto: J. Trampert / PIXELIO